Häuser der Zukunft | ‚Smart Home‘ Apps – Sieht so die Zukunft aus?

Smart-Home, LED, Lichter & Lampen

Obwohl das Konzept für die weniger Technik-affinen noch einen Hauch an Science Fiction mit sich trägt, sind heutzutage schon viele verschiedene ‚Smart Home‘ – also ‚intelligentes Zuhause‘ – Systeme frei käuflich. Ganz unabhängig denken diese Systeme trotz des Namens noch nicht – sie sind aber fähig verschiedenste Hauskomponenten zu vernetzen, überwachen und zentral zu steuern. Bereiche, die durch Smart Home Systeme verknüpft werden, sind zum Beispiel Lichtsteuerung, Heizungssteuerung und Unterhaltung.

Je nachdem was für ein System man sich aussucht, gibt es verschiedene Steuerungsmöglichkeiten, wie Sprachassistenten (siehe die berühmte Amazon Alexa) und Smarte Funkschalter. Bevorzugt ist jedoch die zentrale App für die Steuerung, da diese oft besonders intuitiv aufgebaut sind und über das Handy überall mit Internetverbindung benutzt werden kann um Einstellungen zu ändern oder Leistung zu prüfen.

 

Was für Apps gibt es?

Smart Home Systeme werden von vielen gut bekannten Marken angeboten, von Samsung und Bosch bis zur Telekom, sowie einigen Firmen, die sich in diese Richtung spezialisiert haben, wie Elgato Eve, EQ-3 und Homee. Ausnahmslos alle Marken bieten auch eine passende App zu ihrem System an – die sind aber oft auch nur für die spezifischen Systemgeräte zuständig. Das kommt darauf an ob das Smart Home System geschlossen ist (also nur Produkte des Herstellers vernetzt, dafür aber oft eine stabilere und Reibungslosere Verknüpfung aufbietet) oder mindestens teil-offen ist, also auch fremde Produkte steuern kann. So ist zum Beispiel Elgato Eve Smart Home ein geschlossenes System, deren Home App nur Elgato-Eve Komponenten steuern kann, während Samsungs SmartThings teiloffenes System auch andere Geräte wie Netgear und Philips Hue zulässt. Besonders zu beachten ist, ob das System IFTTT zulässt – also die kostenlose Meta-App, die alle Smart Home Geräte über Wenn-Dann-Funktionen verknüpft. So kann der Nutzer zum Beispiel eine Funktion erstellen, die dazu führt, dass das Licht angemacht wird wenn der Wecker morgens klingelt.

Wer lieber nicht auf ein einzelnes System setzen will, schon sehr viele verschiedene intelligente Geräte von unterschiedlichen Marken besitzt oder nur seine Elektronik vernetzen will und nicht das ganze Haus, kann aber auch auf unabhängigere Apps zurückgreifen. Solche Apps gibt es kostenpflichtig, wie atMyhome, und kostenlos, wie Gideon Smart Home und HomePilot. Einfach herunterladen, die gewünschten Geräte einprogrammieren und über die App steuern.

 

Was wird gesteuert?

Prinzipiell kann jedes Gerät, das als intelligent gesteuert gilt (mit älteren Geräten hat man da kein Glück), durch eine Smart Home App überwacht und gesteuert werden. Das geht von Lampen über den Fernseher und die Stereoanlage, zum Rollladen, der Waschmaschine, der Lüftungsanlage und der Heizung. Für eine richtig gute Vernetzung sind auch Sensoren nötig, die bestimmte Ereignisse registrieren und ständig Messungen vornehmen, deren Ergebnisse and die App weitergeleitet werden. So leiten eingebaute Thermoelemente in der Heizungsanlage ständig Temperaturen weiter und an Fenstern und Türen angebrachte magnetische Sensoren können feststellen ob diese offen oder zu sind. Das hat natürlich auch Sicherheitsanwendungen.

 

Beispiel Magenta

Die genaue Nutzung und das Leistungsvermögen von Smart Home Apps hängt natürlich von der jeweiligen App ab. Als Beispiel, nehme ich hier Telekoms Magenta SmartHome App, die der Hersteller als „Fernbedienung für Ihr Zuhause“ bewirbt. Über die „Fernbedienung“ in der App werden einzelne Geräte gesteuert, indem man den gewünschten Raum und das Gerät auswählt und dann Einstellungen vornimmt. In diesem Teil der App werden auch aktuelle Zustände von Sensoren angezeigt. Die Verkoppelung von zwei Geräten geschieht durch die Erstellung von „Regeln“ mit Wenn-Dann Protokollen. Soll zum Beispiel das Licht in einem Raum angemacht werden sobald jemand durch die Tür schreitet, kann eine Regel verfasst werden, dass Aktivierung des Türsensors dazu führt, dass die Lampe angeht. Zeitlimits können auch eingestellt werden, wie im Keller nie länger als eine Stunde das Licht anzuhaben. Für kompliziertere Verkoppelungen stehen „Szenen“ zur Verfügung, über die mehrere Geräte kombiniert werden können.

 

Ein Blick in die Zukunft

Solche Individualisierung des Wohnens ist jetzt schon verführerisch, alleine vom Energiesparpunkt (besonders beim Heizen erkennbar), aber auch durch die einfachen Steuerung und den Komfort. Aber Haken an der Technologie gibt es noch, die zukünftig angegriffen werden sollen. Darunter befinden sich weitere Bemühungen Smart Home Komponenten universell vernetzten zu können ohne auf Marken achten zu müssen (das ‚Integrationsproblem‘) und die Risiken, die Hand in Hand mit den vielen Daten gehen, die ein solches vernetztes zu Hause den Betreibern zukommen lässt und im Ernstfall durch Hackangriffe gestohlen werden können – wie auch alle anderen im Internet transportierten oder gespeicherten Daten. Andere Gebiete mit Weiterentwicklungspotential sind zum Beispiel die Erweiterung und Verbesserung von Sprachsteuerung, sowie Schnelligkeit und Effizienz.

In noch fernerer Zukunft, würde auch AI, eines der großen Themen der technologischen Zukunft, bei Smart Homes Anwendung finden, besonders im Thema Sicherheit. Wenn der Trend zum Smart Home weiter anhält – und nichts spricht im Moment dagegen – sollte man sich auch darauf vorbereiten, dass öffentliche Räume nachziehen. Alles wird halt intelligenter.



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Tobias Hartmann
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