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E-Mail Verschlüsselung – Immer noch ein brennendes Thema

17. Dezember 2015

email_verschluesselung

Abhörsichere Kommunikation ist für viele Internetnutzer besonders in Zeiten von Spähskandalen und vermehrtem Datenmissbrauch ein wichtiges Thema. Wer eine E-Mail verschickt oder Texte und Bilder im Netz hochlädt, will sicher sein, dass diese nur diejenigen erreichen, für die sie bestimmt sind. In der Digitalen Agenda 2014–2017 wurde bereits im August 2014 Deutschlands führende Rolle in der Verschlüsselung beim E-Mail-Verkehr als Ziel definiert. Auf dem nationalen IT-Gipfel im November 2015 hat Innenminister Thomas De Maizière dieses Ziel noch einmal bekräftigt.

Der IT-Gipfel spielt eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Digitalen Agenda. Hier werden die Ergebnisse aller Maßnahmen vorgestellt, die nach der neuen Digitalpolitik der Bundesregierung bis dahin durchgeführt worden sind. Neben einem offenen, freien und globalen Internet stehen auch die IT-Sicherheit und der Datenschutz auf der Agenda. Internetuser mussten bisher tiefgreifende IT-Kenntnisse besitzen, um ihre Mails verschlüsselt und damit vertraulich zu verschicken. Andere Nutzer waren von einem solchen Privileg ausgeschlossen. Auf Initiativen der Politik und Telekommunikations-Konzerne haben sie lange gewartet. Seit einigen Monaten können sie sich nun bei den De-Mail-Anbietern des Verbundes sicher anmelden und kommunizieren. Schon der Web.de FreeMail Login bietet umfassenden Schutz, ist benutzerfreundlich und steht zugleich für eine sichere Kommunikation – „Made in Germany“. Die Inhalte können bei Bedarf mit wenigen Klicks verschlüsselt werden.

Die Verschlüsselungstechnik, die Web.de und GMX seit August 2015 nutzen, heißt „Pretty Good Privacy“ (PGP). Das lohnt sich besonders, wenn der Empfänger sich außerhalb des sicheren Verbunds befindet, wo die Datenschutzbestimmungen unklar sind, oder wenn es sich um besonders sensible Daten handelt. Innerhalb des Verbunds sind die E-Mails automatisch verschlüsselt und liegen auf sicheren Servern in Deutschland. Neben der normalen Transportverschlüsselung steht mit der De-Mail auch weniger versierten Nutzern eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zur Verfügung. Die Inhalte der verschlüsselten Mails werden mit einem kryptografischen Schlüssel gesichert und sind nur für Empfänger und Absender lesbar. Nur der Empfänger kann den Zeichensalat entschlüsseln. Bei der Eröffnung des De-Mail-Kontos muss sich der Anwender ausweisen. Die geprüfte Identität soll vor Missbrauch schützen und die Zustellung der Mails rechtswirksam nachweisbar machen, was besonders für die geschäftliche Kommunikation nützlich ist.
Die Verschlüsselung privater Kommunikation soll bis 2017 Standard werden, wie von den Teilnehmern des IT-Gipfels in der „Charta zur Stärkung der vertrauenswürdigen Kommunikation“ gemeinsam unterschrieben wurde.

Im Frühjahr 2016 soll die momentane Probephase des im August 2015 vom Bundesinnenministerium eröffneten De-Mail-Postfachs ausgewertet werden. Danach wird über den weiteren Ausbau des De-Mail-Systems entschieden.

 



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