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Cloud-Computing – Chancen und Risiken für den Mittelstand

17. Dezember 2015

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Cloud-Computing gehört zu den wichtigsten Trends in der Unternehmens-IT. Anbieter abstrahierter IT-Ressourcen wie Rechenleistung, Datenspeicher oder Softwareanwendungen loben vor allem die Flexibilität und Kosteneffizienz ihrer Dienste aus. Der deutsche Mittelstand jedoch greift bislang nur zögerlich auf IT-Leistungen aus der Wolke zurück. Während Cloud-Computing in großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern Bitkom zufolge zum Standard gehört, setzt gerade einmal die Hälfte der Mittelständler auf entsprechende Dienstleistungen. Auch wenn viele die Chancen der neuen Technologie erkennen, bremsen Bedenken bezüglich der Sicherheit von Cloud-Diensten eine schnelle Verbreitung cloudgestützter IT-Services nach wie vor aus. Die folgende Übersicht skizziert die Vorteile der Cloud-Technologie für den Mittelstand und zeigt auf, welche Risiken bei der Umsetzung einer Cloud-Strategie im Unternehmenskontext beachtet werden sollten.

 

Vorteile cloudbasierter IT-Services

  • Geringe Investitionskosten: Werden Hard- und Software-Ressourcen über das Internet bezogen, entfallen initiale Investitionen in die eigene IT-Infrastruktur. Stattdessen werden die Kosten über die gesamte Nutzungsdauer verteilt. Dabei zahlt der Anwender in der Regel nur für die Dienstleistung, die er tatsächlich in Anspruch nimmt. Ungenutzte Ressourcen, sogenannte Leerkapazitäten, verursachen so keine laufenden Kosten.
  • Skalierbarkeit: Etablierte Cloud-Anbieter ermöglichen einen hohen Grad an Skalierbarkeit der bereitgestellten Leistungen. Gerade im Cloud-Hosting können viele Parameter direkt vom Kunden bestimmt werden. Die in Anspruch genommene Dienstleistung lässt sich so direkt auf den tatsächlichen Bedarf zuschneiden.
  • Dezentrale Nutzung: Ressourcen, die über das Internet zur Verfügung stehen, können ort- und zeitunabhängig genutzt werden. Für Unternehmen bedeutet dies ein hohes Maß an Flexibilität, die sowohl an Mitarbeiter, als auch an Kunden weitergegeben werden kann. Voraussetzung für die Interaktion mit Cloud-Diensten ist in der Regel lediglich ein Endgerät mit Internetzugang und handelsüblichem Webbrowser.
  • Auslagerung an Fachpersonal: Das Outsourcing von IT-Dienstleistungen geht meist mit einer Professionalisierung einher. Etablierte Cloud-Anbieter verfügen in der Regel über eine hochgradig spezialisierte Infrastruktur und geschultes Fachpersonal. Im Vergleich zu einer lokalen Realisation können IT-Ressourcen so deutlich zuverlässiger und sicherer zur Verfügung gestellt werden.

 

Risiken des Cloud-Hostings

  • Infrastruktur in Fremdbesitz: Bevor Cloud-Lösungen in Anspruch genommen werden, müssen Unternehmen in Erfahrung bringen, welche Rahmenbedingungen für ausgelagerte Daten und Applikationen gelten: Wer hostet die Cloud-Anwendung und welche Ansprüche bestehen, wenn Inhalte verloren gehen oder Dritten in die Hände fallen?
  • Geteilte Ressourcen: Im Cloud-Hosting ist es üblich, dass mehrere voneinander unabhängige Kunden dieselbe Infrastruktur nutzen. Unternehmen sollte daher in Erfahrung bringen, was passiert, wenn sicherheitsrelevantes Verhalten anderer Nutzer die eigenen Daten gefährdet. Dieser Art des Shared-Hostings steht die Nutzung dedizierter Server gegenüber, deren Kapazitäten lediglich einem Nutzer zur Verfügung stehen.
  • Datenhoheit und rechtliche Rahmenbedingungen: Sollen Unternehmens- oder Kundendaten in die Cloud ausgelagert werden, muss Klarheit über die rechtlichen Rahmenbedingungen dieser IT-Leistung bestehen. Wo werden die Daten gespeichert und verarbeitet? Gilt die deutsche Rechtsprechung oder die Gesetzgebung am Ort des Anbieterstandpunktes? Welche Compliance-Vorschriften erfüllt der Anbieter? Und zu welchen Service Level Agreements hat sich der Dienstleister in Bezug auf die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit seiner Cloud-Lösung verpflichtet?

 



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