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Alte Schallplatten digitalisieren

6. Juli 2013

ReLoop RP-1000

Schallplattenliebhaber haben es dieser Tage immer schwerer. Nicht nur, dass ihr Lieblingsmedium heillos veraltet ist und mehr des Retro-Charmes und wegen der nostalgischen Erinnerungen geschätzt wird. Der Zahn der Zeit macht auch vor den Scheiben aus Vinyl keinen Halt und so sind Kratzer, Schäden durch Brüche, Verformungen und sonstige Abnutzungen der natürliche Feind der Schallplatte, der ihre Art extrem bedroht. Umso verständlicher ist, dass deshalb so mancher Sammler auf die Idee kommt seine wertvolle Sammlung zu digitalisieren. Doch was muss dafür genau getan werden? Welche Technik wird dafür konkret benötigt und welche Hürden gibt es zu meistern?
USB Plattenspieler – Problemloser Datentransfer?

Um unersetzliche Schallplatten zu sichern gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die prominenteste ist aktuell sicherlich sich einen handelsüblichen USB Plattenspieler zuzulegen, diesen dann mit dem Computer zu verbinden und dann eine digitale Aufnahme zu erzeugen. Benötigt wird dafür eben ein Plattenspieler, ein Computer auf dem eine Digitalisierungssoftware installiert ist (z.B. Audacity) und ein Phono-Vorverstärker, der aber in vielen aktuellen Plattenspielern bereits integriert ist. Die Audio-Out-Schnittstelle des Plattenspielers wird mit dem USB-Anschluss des Computers gekoppelt, danach wird die Schallplatte abgespielt und bei der Digitalisierungssoftware der Aufnahme-Button gedrückt. Die Platte wird dann 1:1 aufgenommen, muss also einmal komplett durchlaufen, danach ist die Aufnahme dann fertig. Moderne Plattenspieler besitzen auch häufig die Möglichkeit die Musik direkt auf einem USB Stick oder einer SD Karte zu speichern.

 

Digitalisieren mit einem mobilen Recorder

Eine andere Variante, die den PC als notwendige Zwischenstation umgeht, ist mit einem mobilen Recorder möglich. Diese kosten etwa 150,- Euro und funktionieren sehr ähnlich wie früher, als Schallplatten auf eine Kassette überspielt wurden. Hierfür wird der „Line In“ des Recorders mit dem „Rec Out“ des (Vor-)Verstärkers verbunden, der Aufnahmepegel sollte kurz ausgesteuert werden und die Aufnahme kann beginnen. Die Qualität ist dabei einstellbar und kann durchaus in CD-Niveau (16Bit/44,1 Khz) erfolgen, die typischen Begleitgeräusche, wie etwa Rauschen, Knistern und Knacken sind jedoch erst einmal nicht zu vermeiden und werden sowohl beim USB Plattenspieler, als auch beim mobilen Recorder.

 

Ist die Nachbearbeitung wirklich sinnvoll?

Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Fakt ist, dass Digitalisierungen häufig eher von durchschnittlicher Qualität sind. Fakt ist aber auch, dass bei einer Nachbearbeitung durch eine Audiosoftware, die Filter nutzt, welche zum Beispiel Rauschen unterdrückt oder die Lautstärke anpasst, auch immer ein Stück von der Musik verloren geht. Zudem kommt das der Zeitaufwand für eine nachträgliche Bearbeitung der Aufnahme sehr hoch ist. Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten, vor jeder Digitalisierung sollte jedoch die aufzunehmende Schallplatte gereinigt werden. Dies verbessert die Qualität der Wiedergabe ungemein. Wer es richtig professionell haben möchte, der geht am besten zu einem Fachgeschäft, das den entsprechenden Service anbietet. Dies ist zwar nicht gerade preiswert, aber spart einem selbst Zeit und das Ergebnis kann sich dann in den meisten Fällen auch wirklich hören lassen.

 



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  • Beim letzten Punkt würde ich zum Teil widersprechen, denn teilweise sind diese Störungen durchaus gewollt, sie unterscheiden Vinyl von MP3.

    Letztens habe ich ein altes Tonband aus meiner Kindheit digitalisiert – die CD ist jetzt die am häufigsten gespielte in Zoe’s Kiga-Gruppe.

  • Denke auch daß sich die Nachbearbeitung nicht lohnt, nehme die Dateien immer im Original auf.